Foto: © Karlotta Hamburg, TU Dortmund
Am 3. und 4. September war der RRC-Standort Essen Gastgeber eines Netzwerktreffens der vier von der VolkswagenStiftung geförderten Wissenschaftskommunikationszentren. Unter dem Eindruck eines Wissenschafts- und Wissenschaftskommunikationssystems unter zunehmendem wirtschaftlichen Druck, diskutierten die Teilnehmenden zusammen mit externen Expert:innen über künftige Schwerpunkte in Forschung und Förderung. Eine zentrale Rolle kam dabei auch den Risiken und möglichen Chancen durch die Nutzung generativer KI in Wissenschaft und Gesellschaft zu.
Nachdem der Dortmunder RRC-Sprecher Holger Wormer in seinem Eröffnungsvortrag diese Ausgangsposition und Perspektiven der Wissenschaftskommunikation skizziert und – für manche überraschend – erklärt hatte, was das Tagungsmotto „Genug ist zu wenig“ mit Herbert Grönemeyer zu tun hat, moderierte RRC-Sprecher David Kaldewey von der Universität Bonn das erste Panel des Tages zu einer möglichen (Rück)besinnung auf „slow media“ beziehungsweise „slow science“. Dazu stellte Sabrina David vom Slow Media Institut ihr „Slow Media Manifesto“ vor und zur Diskussion, Julia Wiethüchter von der Universität Münster präsentierte die Ergebnisse eines Slow-Science-Experiments und Michael Wingens von Wissenschaft im Dialog wagte den „strategischen Blick in die Praxis“.








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Im zweiten Panel des Tages ging es um die interdisziplinäre Arbeit in Verbünden, mit der sich auch RRC-Sprecherin Julika Griem vom KWI befasst. Dazu steuerte Youssef Ibrahim von der Universität Hamburg und künftiger Fellow am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen eine soziologische Perspektive auf Dynamiken des „Streits“ in der interdisziplinären Arbeit bei. Matthias Beilein (DFG) gab einen Impuls aus Sicht der Forschungsförderung. Es folgten angeregte Diskussionen dazu, was erfolgreiche interdisziplinäre Forschung ausmacht und wieviel Zeit interdisziplinäre Verständigung und Koordinierung benötigen. Denn nicht immer, so der Tenor, liefern interdisziplinäre Projekte einen Mehrwert gegenüber mehreren Einzelprojekten.
Seinen Ausklang fand der erste Tag des Netzwerktreffens bei einem von RRC-Sprecher Oliver Ruf von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg anmoderierten Screening der Serie The Chair im Gartensaal des KWI. Die popkulturelle Darstellung geisteswissenschaftlicher Arbeit und Ränke an einer US-Elite-Universität sorgte auch zu später Stunde noch für viele Lacher und Diskussionsimpulse – etwa dazu, inwieweit es sich dabei um eine Form von echter Wissenschaftskommunikation handle.
An Tag zwei des Netzwerktreffens wurde es dann interaktiver. Im Anschluss an vier kurze Präsentationsimpulse bildeten sich Arbeitsgruppen zu den entsprechenden Themenblöcken: Irene Broer von der Technischen Universität Braunschweig präsentierte dabei ein Rahmenwerk zur Nutzung von KI in der Wissenschaftskommunikation, Matthias Begenat (CAIS Bochum) eine Studie zu Nutzungsprofilen generativer KI in der Hochschulkommunikation, Annette Leßmöllmann und Olaf Kramer stellten Perspektiven des Tübinger RHET AI Centers auf Autorschaftsfragen im Zeitalter von KI vor, bevor Meik Bittkowski vom RRC-Praxispartner Science Media Center einen Einblick in den extrem dynamischen Trend weg von einzelnen KI-Tools zu KI-Agenten gab – inklusive ihrer Praxisfähigkeiten und Unzulänglichkeiten.







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Auch diese Themen wurden in den Arbeitsgruppen und beim nachfolgenden Mittagssnack im Museumscafé des angrenzenden Museum Folkwang angeregt diskutiert, bevor sich alle Teilnehmenden zum Abschlusspanel des Netzwerktreffens erneut im Gartensaal zusammenfanden. Hierbei boten Anregungen aus einer zuvor aufgestellten „Fuck-up-Urne“ die Gelegenheit, konstruktiv über typische Konfliktlinien im interdisziplinären Projekt-, Begutachtungs- und Förderkontexten zu diskutieren – mit einem abschließenden Ausblick auf die zweite Förderphase für alle VW-Zentren und ein nächstes Netzwerktreffen, das voraussichtlich am Standort Tübingen stattfinden wird.