Nach dem Vorbild von Vorläuferprojekten aus den USA, Australien und Kanada betreibt der Medien-Doktor seit 2010 ein Qualitätsmonitoring für die wissenschaftsjournalistische Berichterstattung im deutschen Sprachraum. Basierend auf praxisnahen Kriterien aus der Journalismusforschung werden dazu in regelmäßigen Abständen auf medien-doktor.de Gutachten veröffentlicht, die aktuelle Beiträge transparent bewerten und konstruktiv kritisieren. Hierzu wurde ein modularer Katalog von Qualitätskriterien entwickelt, der sich inzwischen auf ein breites wissenschaftsjournalistisches Themenspektrum von MEDIZIN über ERNÄHRUNG bis hin zu UMWELT und KI-Themen anwenden lässt.
Die im Zuge des Relaunchs implementierte Erweiterung um die Ressorts SOZIOLOGIE und PHILOSOPHIE basiert auf Arbeiten im Rahmen des von der VolkswagenStiftung geförderten Rhine Ruhr Center for Science Communication Research (RRC). In einem Teilprojekt des RRC werden Qualitätsstandards für eine bessere Kommunikation von Themen aus den Sozial- und Geisteswissenschaften entwickelt. Im Sinne eines „Wissenschaftskommunikation hoch drei“-Ansatzes haben hier Forschende aus der Wissenschaftskommunikation zusammen mit dem Praxispartner Science Media Center (SMC) und zwei fachwissenschaftlichen Gremien („Quality Circle“ Soziologie sowie Philosophie) Besonderheiten der Fächer untersucht und mögliche Qualitätskriterien diskutiert.
Die neuen Ressortseiten auf medien-doktor.de bieten Journalist:innen nun erste Hilfestellungen bei der Recherche zu soziologischen und philosophischen Fragestellungen und werden die Qualitätskriterien zur Diskussion stellen. Ziel ist es dabei, ein besseres Verständnis von der heterogenen Publikationslandschaft dieser Fächer zu verschaffen und Redaktionen für jeweils unterschiedliche epistemische Grundauffassungen zu sensibilisieren. Perspektivisch könnte das bisherige Qualitätsmonitoring in Form von aktuellen Gutachten, wie es derzeit für Medizinthemen angeboten wird, auch auf die Ressorts SOZIOLOGIE und PHILOSOPHIE ausgeweitet werden. Das Gesamtprojekt wird neben der VolkswagenStiftung unterstützt vom Wort & Bild Verlag sowie der Stiftung Experimentelle Biomedizin, die jährlich auch einen Preis für kritischen Wissenschaftsjournalismus ausschreibt.