Die WISSENSWERTE & European Conference 2026 in Hannover – mit Beteiligung des RRC

Die „europäische“ WISSENSWERTE 2026 nimmt Konturen an: Die Wissenschaftspressekonferenz (WPK), Praxispartner des RRC, richtet das wichtigste Dialogforum für Wissenschaftsjournalismus im deutschsprachigen Raum in diesem Jahr zusammen mit der European Conference of Science Journalism (ECSJ) aus. Die gemeinsame Konferenz findet vom 14. bis 16. Oktober auf Schloss Herrenhausen in Hannover statt.

Bereits seit dem Herbst arbeitet die WPK mit der European Federation for Science Journalism (EFSJ) daran, beide Konferenzen zusammenzuführen. Dazu hat sich das Team ein „Merger-Modell“ ausgedacht: Der erste Konferenztag steht ganz im Zeichen der European Conference. Der zweite Tag ist der „Mix-Tag“ mit einem Programm sowohl für die europäischen als auch die deutschsprachigen Teilnehmenden, mit Exkursionen auf Englisch, einer englischsprachigen Keynote Speech zum Start der WISSENSWERTE und drei „Joint Sessions“, gemeinsam mit der ECSJ. Am dritten Tag wird die Tagung als deutschsprachige Konferenz #WW26 fortgesetzt.

„Wir freuen uns sehr auf dieses neue Format und den intensiven europäischen Austausch“, sagt WPK-Programmplaner Holger Hettwer. „Inhaltlich gibt es viele relevante Themen, die uns alle in Europa gemeinsam bewegen.“ Diese sollen zum Beispiel in den Joint WW+ECSJ Sessions diskutiert werden: „The Peer Review Crisis“, „The Forever Lobbying Project“ (eine Cross-Border-Recherche zu den Ewigkeitschemikalien PFAS) und „Science Under Suspicion: How to Detect Fraudulent Studies“.

Dabei wird es auch Input aus dem RRC geben: „Demokratiefeindlichkeit: Wie berichten wir über Sozial- & Geisteswissenschaften?“ Den Ansatz dieser Diskussion erläutert die WPK-Programmplanerin Iris Proff so: „Immer mehr Menschen in Deutschland wählen rechts. Doch welche Faktoren treiben diese Entwicklung an? Antworten darauf liefern Disziplinen wie Politikwissenschaft, Soziologie und Sozialpsychologie. Im klassischen Wissenschaftsjournalismus kommen Expert:innen aus diesen Bereichen jedoch vergleichsweise wenig zu Wort.“ Am 16. Oktober diskutiert RRC-Sprecher Holger Wormer mit Gästen aus Wissenschaft und Medien wie der Politikwissenschaftlerin Anna-Sophie Heinzevon derLeuphana Universität über die Ursachen des aktuellen Rechtsrucks in Deutschland – und darüber, wie der Wissenschaftsjournalismus darüber berichten kann und sollte.

Hendrik Boldt, Redakteur am Science Media Center, wird dazu bislang unveröffentlichte Ergebnisse eines RRC-Projekts vorstellen, das untersucht, wie Sozial- und Geisteswissenschaften systematischer in die Berichterstattung einbezogen werden können. Dabei geht es auch um die Frage, wie Journalist:innen die Relevanz, Qualität und Reputation wissenschaftlicher Arbeiten aus diesen Disziplinen bewerten können.

In einer Session wird die WPK „Thesen zur Zukunft des Wissenschaftsjournalismus“ vorstellen, die im Lauf des Jahres aus einem Dialogprozess mit ihren Mitgliedern und Stakeholdern aus Wissenschaft, Wissenschaftskommunikation, Politik und Medien erarbeitet werden. Weitere Sessions beschäftigen sich mit Themen wie „Wem gehört die Wahrheit? Epistemische Autorität im Zeitalter der KI“, „Diagnose: Ratgeberitis!? Der Trend zu Nutzwertthemen“ und „Das Social-Media-Verbot für Kinder & Jugendliche und wie der Journalismus damit umgeht“.

Im Programmbereich Wissen geht es unter anderem darum, wie die Klimaforschung torpediert wird, welche Folgen der Satellitenboom hat, wie die personalisierte Medizin ihren Weg zwischen Heilsversprechen und Evidenz finden will und was der ökonomische Wert von Natur ist. Alle Themen finden sich auf der Programmseite der WW26+ECSJ.

Als Abendveranstaltungen plant das Team eine „European Night“ im Lichthof der Leibniz-Universität Hannover, bei der der European Science Journalist of the Year Award verliehen wird, sowie die Jubiläumsfeier „40 Jahre WPK“ im Festsaal von Schloss Herrenhausen.

Anfang Juni ist die Anmeldung gestartet. Bis zum 30. September kann man sich zum Early-Bird-Preis registrieren.