WISSENSWERTE 2025 in Berlin: Für einen starken Wissenschaftsjournalismus in Zeiten multipler Krisen

Das Dialogforum WissensWerte 2025 verzeichnete in diesem Jahr einen Besucherrekord. Dabei scheuten sich die 380 Teilnehmenden nicht vor harten Themen: Angriff auf die Wissenschafts- und Pressefreiheit, gefährliche Narrative, Backlash in der Klimapolitik und KI in der Militärforschung. Holger Hettwer und Iris Proff von der WPK mit einem Rückblick – und einem Ausblick auf das WissensWerte-Jubiläumsjahr 2026.

Von Holger Hettwer und Iris Proff

Das Dialogforum WISSENSWERTE 2025 des RRC-Partners Wissenschaftspressekonferenz (WPK) fand in diesem Jahr erstmals in Berlin statt. Dabei passte der Konferenzort, die Freie Universität Berlin, zum Grundton des Programms: Wissenschaft und Journalismus müssen frei und unabhängig bleiben – und sich autoritären Kräften entgegenstellen. 

Denn bei den aktuellen weitweiten Angriffen auf die Wissenschaft geht es – wie Max-Planck-Präsident Patrick Cramer in seiner Keynote betonte – um nicht weniger als die Fundamente unserer offenen Gesellschaft: Wissenschafts- und Pressefreiheit. Sein Appell: Wir sollten stärker die Menschen sichtbar machen, die hinter der Forschung stehen – denn Geschichten berühren, Zahlen und Fakten allein nicht.  

Doch nicht jede Geschichte ist harmlos. Wie umgehen mit problematischen Narrativen? Darum drehte sich die lebhafte Unterhausdebatte der RiffReporter Carina Frey, Alexander Mäder und Rainer Kurlemann. Wir müssen Narrative stärker herausarbeiten und als solche benennen, waren sich die Teilnehmenden einig. Auch müsse die Vielfalt der Narrative häufiger dargestellt werden. Die Falschinformation widerlegen, ohne sie durch Wiederholung im Gedächtnis des Publikums zu verstärken – eine Herausforderung, die aktueller ist denn je.

Weitere Diskussionen der #WW25 nahmen aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen in den Blick – etwa den Backlash in der Klimapolitik oder den Einzug von KI in die Militärforschung. RRC-Sprecher Holger Wormer analysierte mit seinen Gästen, wie die Wissenschaftsberichterstattung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk in der Schweiz, Österreich und Deutschland zunehmend unter Druck gerät. Dabei ging es auch um die Frage, , wie die Relevanz des Wissenschaftsjournalismus für den ÖRR und als „Kernaufgabe des Public Service“ stärker hervorgehoben werden kann.

Zum Abschluss der Konferenz sprach die Journalistin Christina Sartori mit den Expertinnen Christina Berndt (Süddeutsche Zeitung) und Isabella Helmreich (Leibniz-Institut für Resilienzforschung) darüber, wie persönliche Resilienz in Krisenzeiten gelingt.

Insgesamt nahmen 380 Teilnehmende aus Wissenschaftsjournalismus und -kommunikation vom 29. September bis 1. Oktober an der WISSENSWERTE 2025 in Berlin teil. Damit zog die #WW25 deutlich mehr Besucher an als in den beiden vergangenen Jahren. „Mit dieser Resonanz sind wir überaus zufrieden – und wir freuen uns sehr, dass das neue Konzept, mit der WISSENSWERTE an Universitäten zu gehen, auch in diesem Jahr so gut ankommt“, sagt WPK-Geschäftsführer Holger Hettwer. 

Die nächste WISSENSWERTE findet vom 14.–16. Oktober 2026 in Hannover auf Schloss Herrenhausen statt – zusammen mit dem 40. Jubiläum der WPK. Das WPK-Team arbeitet zudem daran, die European Conference of Science Journalism (ECSJ) nach Deutschland zu holen und mit der WISSENSWERTE 2026 zu verknüpfen.


Foto: © Bernd Wannenmacher